Provokation als Gedankenanstoss (vHzH)

Traditionell wie in jedem Jahr, stellen auch heuer die 10. Klässler, die sich dem Fach Kunst gewidmet haben, ihre Werke zu einem gemeinsam abgestimmten Thema vor. In diesem Jahr lautet das Motto „Provokant“. In seinen Einführungsworten erinnerte Kunstlehrer Franz Schuck, der zusammen mit seinen Kollegen Mareike Kipper, Karin Oehler und Michael Löffler die Schüler begleitete, an die Bedeutung des Begriffes „Provokant“. „Ein Provokateur verletzt bewusst gesellschaftliche Regeln und fordert eine Gegenreaktion heraus.“
Auch in der Kunst gibt es zahlreiche Beispiele. Viele Künstler, die sich nicht normgerecht verhalten haben oder für Tabubrüche gesorgt haben, regten dadurch teilweise heftige Diskussionen an und erreichten auch Veränderungen. Jüngstes Beispiel dazu: die provokative Bildzerstörung durch den Künstler Banksy.

Vielschichtige Darstellung des Leitmotivs
Die Schüler haben das Leitmotiv auf vielschichtige Weise aufgegriffen. Indem sie die sozialen und moralischen Missstände in Bildern, Modellen oder Installationen darstellen, „regen sie den Betrachter an, Stellung zu beziehen und über Lösungen nachzudenken.“ Aber auch sehr persönliche Provokationen die Selbstverletzung durch Ritzen, Leistungsverweigerung in der Schule oder Gewalt und Unterdrückung werden dargestellt. „Indem die jungen Künstler diese Missstände mit ihren Werken zu Auge führen, appellieren sie dazu, sich gegen diese Trends zu stellen und sich für die sozialen Werte einer gerechten Gesellschaft einzusetzen.


Provokation kann auch zur Schockwirkung führen wie die gezeigte Tötungsmaschine für Küken, der Molotowcocktail mit dem zynischen Label „Willkommenskultur“ oder Menschenfleisch als reine Ware. In allen Fällen dient die Provokation dazu, den Betrachter für einen Missstand zu sensibilisieren und vielleicht eine Veränderung herbeizuführen.

Franz Schuck betonte, dass jeder Schüler aufgefordert war, sich selbst ein Thema und eine Technik auszudenken. „Ihr habt mit dieser Ausstellung eure Kreativität und eure Thematik gezeigt und sie eindrucksvoll zur Darstellung gebracht.“ Lob für die gute Zusammenarbeit folgte und „ihr beweist mit euren Werken einen reflektierenden Blick auf unsere Welt.“ Die Ausstellung, die vom Schulleiter Tobias Barth eröffnet wurde, ist derzeit im Verwaltungstrakt der Realschule zu sehen.